Schweiz am Wochenende - 10. März 2018

 

Er hat den GC-Spielern sowie vielen anderen Sportlern und Prominenten das Autofahren beigebracht

 

Von Lina Giusto

 

8000 Lernende haben Daniel Frei zum besten Fahrlehrer des Kantons Zürich gewählt.

Zwei Leidenschaften erfüllen das Leben von Daniel Frei. Mit Herzblut bringt er Fahrschülern seit seinem 24. Lebensjahr das Autofahren bei. In seiner Freizeit fröhnt er mit Begeisterung dem Fussball. Diese ist auch in der Fahrschule von Frei in Rümlang deutlich zu sehen. In seinem Ladenlokal stehen unzählige kleine und grosse Pokale in den Regalen, Wimpel hängen neben dem Töff- und Automodell im Schaufenster. An den Wänden der Fahrschule hängen rund zwei Dutzend Spielerleibchen, die die Namen Liechtensteiner, Zuber, Núñez, Mikari oder Bobadilla tragen. Alle Shirts sind mit persönlichen Widmungen an Frei versehen. «Ich habe fast ganz GC das Autofahren beigebracht», sagt Frei und lacht. Aber auch andere Spitzensportler wie etwa Spieler der ZSC Lions, EHC Kloten, FCZ und vielen anderen Sportarten zählen zu den Kunden.

 

 

Grosse Namen, hervorragende Schülerbewertung und eine Bestehensquote von über 90 Prozent verschaffen Frei in diesem Jahr den Titel «bester Fahrlehrer im Kanton Zürich»: Mit der App «iTheorie» lernen die Fahrschüler die Autotheorie und können zudem den Unterricht beim Fahrlehrer bewerten. 8000 Schüler haben schweizweit ihre Stimme abgegeben und Frei zum Besten im Kanton und zweitbesten des Landes gekürt.

 

Frei freut sich zwar über den Erfolg, dennoch hängt er ihn nicht an die grosse Glocke. «Wenn man etwas gerne macht, dann macht man es auch gut», erklärt der Fahrlehrer. In seiner Fahrschule werden auch Motorradfahrer ausgebildet. Diesen Unterricht übernehmen aber unter anderem seine  Angestellten und Aushilfsfahrlehrer, «weil sonst die Frisur kaputt geht», wie Frei selber sagt. Um keinen Scherz verlegen, stets ein wohlwollendes Wort parat und gelassen: Genau so unterrichtet Frei seine Schüler.

 

Rund ein Drittel seiner Schüler kommen von anderen Fahrschulen, wo sie bereits viel Geld in Lektionen gesteckt haben – ohne Erfolg. «Ich versuche mit Spass und Kollegialität zu motivieren, mache aber vorwärts mit den Stunden, sodass die Fahrschüler zügig die Prüfung machen können», sagt Frei.

 

Dass sich dieses Credo bewährt, zeigen die Bewertungen seiner Fahrschüler. Die häufigsten Schlagworte darunter lauten «geduldig», «humorvoll», «sehr konzentriert». Frei selber bezeichnet sich als pingelig: «Ich kritisiere jede Einzelheit und versuche meine Schüler absolut genau zu schulen.» Dass er das tatsächlich tut, beweist er gleich selber.

 

Fahrschülerin Joy absolviert an diesem Morgen ihre sechste Fahrstunde. «Weil sie privat viel übt, kann ich sie schon bald für die Prüfung anmelden», sagt der Fahrlehrer. Er wirkt zufrieden dabei. Den Schülern Selbstvertrauen zu geben, sei wichtig. «Nur so werden sie sichere und gute Autofahrer», ist er überzeugt. Auch die Kritik sei wichtig – und wie man diese übt. Natürlich gebe es talentiertere Schüler und solche die mehr Mühe haben sich im Strassenverkehr zurecht zu finden: «Da Fussballer und andere Sportler über mehr Selbstvertrauen verfügen, lernen sie den Verkehrssinn und die nötige Voraussicht vielmals schneller als andere. Personen aus afrikanischen oder asiatischen Ländern tun sich oftmals schwer mit dem Verkehrsfluss in der Schweiz», sagt Frei.

 

Während dem Einbiegen, lobt er Joy. Schaut sie zu wenig deutlich in eine Einfahrt, macht er sie darauf aufmerksam. Sein Tonfall ist stets ruhig, seine Augen aber sehen alles. Dennoch unterhält er sich während der Fahrstunde gerne auch über alltägliches wie die Schule, die bevorstehenden Skiferien oder Openair-Konzerte. Galant wechselt er zwischen Small-Talk und Fahranweisungen. Dazwischen analyisert er mit Joy Verkehrssituationen und Manöver, die sie fährt. Etwa so fliessend wie Frei zwischen den Themen wechselt, schlängelt sich die Fahrerin durch den Autobahnverkehr.

 

In all den Jahren als Fahrlehrer sei im Unterricht vieles gleich geblieben. «Die grösste Mühe haben die Schüler mit dem Vortrittsrecht – das war aber schon immer so», sagt Frei und lacht. Verändert aber haben sich in den vergangenen 25 Jahren die Strassenverhältnisse. «Der Verkehr hat deutlich zugenommen und damit ist auch der Stress für die Fahrschüler gestiegen», sagt Frei. Deshalb sieht er es als seine Pflicht so selten wie möglich mit Händen und Füssen ins Lenkrad und die Pedale zu greifen.  «Sie sollen selber fahren lernen», begründet er sein Vorgehen.

 

Joy ist zufrieden mit Frei. Bevor sie sich für den Unterricht bei ihm angemeldet hat, hat sie im Internet recherchiert. «Weil es so viele Fahrlehrer gibt, habe ich mich dann bei Freunden erkundigt», erklärt die Studentin ihr Vorgehen. Bereits zwei, drei Kollegen hätten bei Frei Autofahren gelernt und sich durchs Band positiv über die Fahrschule geäussert. Mit dieser Mund-zu-Mund-Propaganda hat Frei weitherum Bekanntheit erlangt. So bringt er auch den Spielerfrauen, Freunden und Familienangehörige von Fussballern das Autofahren bei. Diese reisen wöchentlich aus der gesamten Deutschschweiz und manchmal sogar aus dem Ausland an, um eine Stunde mit Frei durchs Zürcher Unterland zu kurven.

 

 

 

Rümlangerzeitung - 2016

 

Vom Drogisten zum «Superfahrlehrer»

 

Daniel Frei aus Rümlang schaffte mit seiner Fahrschule den Sprung unter die besten 3 Fahrschulen der Schweiz. Bewertet wurden von etwa 8000 Fahrschülern rund 800 Fahrschulen, von über 4000.

 

WILLI GLOGGER

 

Aufgrund von Entscheidungen durch die Fahrschüler werden jedes Jahr die am besten bewerteten Fahrschulen (Fahrlehrer) mit dem Titel Superfahrlehrer ausgezeichnet. «Natürlich ehrt es mich, den Sprung in die Top 10 geschafft zu haben», sagt der Rümlanger Fahrlehrer Daniel Frei. Doch was ist ein Superfahrlehrer? «Die Leistungen der Fahrschulen und vor allem auch die Statistiken über bestandene Fahrprüfungen müssten eigentlich die Strassenverkehrsämter mit ihren Verkehrsexperten bewerten und bei allfälligen Notengebungen mit einbeziehen.» Frei möchte die Leistungen der ausgezeichneten Superfahrlehrer keineswegs schmälern, meint jedoch, dass beim jetzigen Bewertungssystem durch die Fahrschüler, die zum Beispiel mit Facebook-Einträgen für ihre Fahrschule werben können, eigentlich die beliebtesten (und nicht unbedingt die besten) Fahrlehrer die höchsten Punktzahlen erreichen. Dass er auch ohne «Gästebuch» ganz vorne in der Rangliste figuriere, freue ihn besonders. Aber seine Fahrschule ist vor allem bekannt wegen der überdurchschnittlichen Erfolgsquote und nur das zählt für ihn.

 

Fahrlehrer mit Herzblut

 

Seit seinem 24. Alterjahr ist Daniel Frei selbständiger Fahrlehrer. Als «Autofan» sei es für ihn schon bald nach Abschluss seiner Lehre als Drogist klar gewesen, sich in der Autobranche selbständig zu machen. Er liess sich als Fahrlehrer ausbilden, lernte immer mehr dazu und ist auch Verkehrslehrer und Fahrlehrer-Instruktor. Auch sein Betrieb ist gewachsen und heute beschäftigt er gesamthaft 6 Personen. 

 

Prominente Fahrschüler

 

Als aktiver Fussballer bei den GC-Senioren sowie als Fussballfan zählt Frei zahlreiche Prominente zu seinen Kunden. Unzählige Fussball-Leibchen von Nationalspielern aus vielen Ländern mit Autogrammen versehen sowie Trophäen seiner eigenen sportlichern Erfolge schmücken sein Theoriezimmer an der Ifangstrasse 1 in Rümlang. Auch viele  Eishockeyspieler und Spitzensportler aus anderen Sportarten haben in seiner Fahrschule, die durch seriöse Ausbildung und  Kollegialität bekannt ist, die Prüfung bestanden. Von seinen Fahrlehrern seien etliche sprachgewandt und könnten ausländische Schüler ausbilden. Aber gewisse Deutschkenntnisse seien nötig, um die schweizerischen Verkehrsregeln zu verstehen. Die meisten Schülerinnen und Schüler gewinne er durch Mund-zu-Mund-Werbung. Die Anzahl Fahrstunden, die ein Kandidat benötigt, um die Prüfung zu bestehen, sei sehr unterschiedlich, da nicht alle die Möglichkeit hätten, nebst den Fahrstunden auch privat zu üben.